Chronik

 

Die Geschichte des TSV Schönhagen führt uns zurück bis in das Jahr 1901. Am 3.März dieses Jahres wurde der Vorläufer eines ersten Turnvereins gegründet, der " Christliche Arbeiter-Verein" zu Schönhagen. Dieser Verein befasste sich noch nicht mit dem Turnen. In den Statuten heißt es denn auch: "Der Zweck des Vereins ist die Pflege allgemeiner Bildung, deutschen Wesens und wahrer Gesittung. Dieser Zweck soll erreicht werden durch Verbreitung nützlicher Schriften und Anschaffung guter nützlicher Bücher.

 


Im Laufe der Jahre forderten dann immer mehr Mitglieder neben der geistigen auch nach einer körperlichen Ertüchtigung durch das Turnen im Sinne des Turnvater Jahn. Auf einer Versammlung wurde von dem damaligen Pastor Drechsler schließlich der Antrag gestellt, den Christlichen Arbeiter-Verein in einen Turnverein umzuwandeln. Dieser Antrag wurde dann auch mit großer Mehrheit angenommen.

Am 10.Januar 1912 war es dann soweit. Von 64 Personen wurde die Gründung des Männer-Turnvereins " Gut Heil " Schönhagen vollzogen. .

Mit großem Mut und viel Optimismus machte man sich ans Werk. Zu Pfingsten des Gründungsjahres wurde das Stiftungsfest, verbunden mit Fahnenweihe, abgehalten. Dazu waren neben den örtlichen auch Vereine aus benachbarten Orten eingeladen. Zum Kauf der Fahne wurde das in der Kasse befindliche Geld verwendet. Es wurden zuvor mehrere Angebote eingeholt. Ein Herr Dreier war extra aus Hildesheim zu einer Versammlung angereist um sein Angebot persönlich zu unterbreiten, und erhielt letzten Endes auch den Zuschlag.

Um mit einem geregeltem Sportbetrieb, hauptsächlich dem Geräteturnen beginnen zu können, mussten erst noch einige Schwierigkeiten gemeistert werden. Geeignete Räumlichkeiten, geschweige denn eine Turnhalle, standen nämlich nicht zur Verfügung. es wurde daher beschlossen, dass die Turnabende auf dem Saal des jeweiligen Vereinslokales stattfinden sollten. Nachdem Verhandlungen mit den betreffenden Wirten geführt wurden, erklärten diese sich dazu bereit, ihre Säle zur Verfügung zu stellen.

Da wegen der zu geringen Höhe der Säle aber nicht nicht mit allen Geräten geturnt, oder die Übungen nur im begrenztem Maße ausgeführt werden konnten, wurden sogar noch Änderungen bzw. Erweiterungen vorgenommen.

Für den Kauf der Turngeräte musste sich der junge Männer-Turnvereinverschulden und einen Kredit bei der Sparkasse aufnehmen, denn die Vereinskasse war durch den Kauf der Fahne ja geleert. Dank eines regen Mitgliederzuwachses und eines gut verlaufenen Stiftungsfestes konnten die Schulden recht bald wieder abgetragen werden.

Als die Turngeräte endlich geliefert und aufgestellt waren, und der Turnbetrieb beginnen konnte, stellte sich heraus, dass keiner etwas rechtes damit anzufangen wusste. So setzte man sich mit dem seinerzeit bekannten Turner Otto Mundt aus der Nachbargemeinde Neuhaus in Verbindung. Dieser stellte sich dem MTV dann auch als Vorturner zur Verfügung. Nach und nach entwickelten sich schließlich die Talente aus den eigenen Reihen zu guten Turnern und konnten später die Funktion des Vorturners übernehmen.

Auf Vorschlag eines Mitgliedes wurde vom Verein auch eine Luftbüchse angeschafft. Damit wurden bei den Monatsversammlungen von den Vereinsmitgliedern Preisschießen durchgeführt. Mit Beginn des 1.Weltkrieges im Jahre 1914 begannen für den aufstrebenden Männer-Turnverein schwere Jahre. Immer mehr Mitglieder wurden zur Ableistung des Kriegsdienstes eingezogen, so dass der Sportbetrieb bald ganz zum Erliegen kam. In einem Protokoll aus jener Zeit ist zu lesen, dass der Verein nur noch 41 Mitglieder hatte, davon waren 29 im Felde.

Als wieder Frieden Herrschte, wuchs die Zahl der Mitglieder rasch auf über 80 an, und es konnten die Turnierabende auch wieder regelmäßig stattfinden. Die Übungsabende wurden von einer strengen Turnordnung geregelt. In dieser Zeit wurde auch der Bau eines ersten Sportplatzes mit Unterstützung der Gemeinde vollendet. Er entstand an der Höxterschen Trift an jener Stelle, wo sich heute der neue Sportplatz und das Sportheim befinden. Von den Mitgliedern des MTV wurden die noch heute charakteristischen Linden angepflanzt und ein Turngerüst sowie Barren und Reck aufgestellt. Das dazubenötigte Holz wurde in der damaligen Oberförsterei selbst eingeschlagen. Durch die Schaffung dieses Platzes war es nun möglich neben dem Turnen auch noch andere Sportarten zu pflegen.

Alljährlichen gesellschaftlicher Höhepunkt des Vereinslebens war der Turnerball. Am Anfang des Balles zeigten die Turner Ihr können. zum Abschluss und als Höhepunkt der Turnvorführungen wurde eine Pyramide gebildet. Besonderen Wert legte man beim Ball auf die Etikette. Wer ohne Vereinsabzeichen oder zu spät kam, beim Tanz rauchte oder vergaß das Solo zu machen (zu tanzen wenn er an der Reihe war) musste eine Strafe bezahlen. Wer gar Streit und Zank anfing, wurde vom Ball ganz ausgeschlossen.

Über die angefallenen Strafen aus dem sportlichen und gesellschaftlichen Bereich wurde genau Buch geführt. Wie einem Protokoll zu entnehmen ist, kam es hier einmal zu einem Zwischenfall:" Da aus dem Anschreibebuch durch Bubenhand 2 Blätter herausgerissen sind, so sollen aus dem Gedächtnis( abends vorher sind die Summen vorgelesen worden) die Strafgelder festgesetzt werden." Vielleicht erinnert sich der böse Bube von damals beim Lesen dieser Schrift, hoffentlich nicht zu schmerzvoll, an seinen Streich.

Zu Pfingsten1922 wurde aus Anlass des 10-jährigen Bestehens ein Jubiläumsfest abgehalten. in den folgenden Monaten bereitete dann die immer wieder um sich greifende Inflation auch dem MTV große Schwierigkeiten. Durch die rasende Geldentwertung mussten die Mitgliedsbeiträge in immer kürzer werdenden Zeitabständen erhöht werden. Der Monatsbeitrag betrug im Jahr 1920 noch 30 Pfennig. Über 1 Mark 1921 und 10 Mark 1922 erhöhte sich der Beitrag 1923 auf 50 Mark im Monat. Für Mai 1923 mussten 400 Mark, und für den Juni 500 Mark gezahlt werden. Von August bis November wurden dann keine Beiträge mehr erhoben. In dieser Zeit waren Beiträge für den Gau und die Deutsche Turnerschaft fällig geworden. Am 15.9.1923 wurden 300.000 Mark und am 15.10.1923 wurden 45 Millionen Mark überwiesen. Der damalige Vorsitzende verauslagte das Geld und verzichtete auf eine Rückerstattung. Nach der Währungsreform wurde der Monatsbeitrag auf 20 Pfennig festgelegt.

1924 beschloss man, dass zum Abschluss des Sommerhalbjahres alljährlich ein Herbstabturnen stattfinden soll. Das Programm dieses Abturnens sah folgenden Ablauf vor:

Morgens: 6-Kampf für Mitglieder des Turnvereins, bestehend aus 3 Geräte- und 3 volkstümlichen Übungen, 3-Kampf Schüler,Nachmittags: Mannschaftskampf im Tauziehen, Staffellauf für Schüler, Münchner Freiübungen für Turner sowie ein Schlagballspiel zweier Mannschaften. Abends: Siegerehrung mit anschließender Tanzmusik

Im Jahre 1927 wurde erstmals eine Damenabteilung gegründet, die aber etwa zwei Jahre von Bestand war. Das Geräteturnen bildete in den zwanziger und dreißiger Jahren den Mittelpunkt des Verein, worauf man auch immer sein Hauptaugenmerk richtete. Es wurden aber auch schon Faustball-, Handball-, und Fußballspiele durchgeführt. Zu Weihnachten wurden im Wechsel mit anderen Vereinen Theaterstücke aufgeführt. AM 2.Weihnachtstag 1929 fand ein öffentlicher Kostümball statt. Der MTV beteiligte sich an den Turnfesten der benachbarten Turn- und Sportvereine. Es wurde auch an Geländeläufen und sogar an Schwimmfesten teilgenommen.

Mit Beginn des 2.Weltkrieges neigte sich die Ära des Männer Turnvereins "Gut Heil" dem Ende zu. Nach dem Tod des langjährigen Vorsitzenden Lehrer Glitsch beschlossen die wenigen noch verbliebenen Mitglieder den Sportbetrieb ganz einzustellen. Es sollte jährlich nur noch eine Versammlung stattfinden. Die vorhandenen Sportgeräte des Vereins wurden in einem Inventar aufgenommen um friedlichere Zeiten abzuwarten.

Im 1. und 2. Weltkrieg verlor der Verein insgesamt 40 Mitglieder, was sich stark auf die Vereinsaktivitäten nach dem Krieg auswirkte.

Ein neues Leben im Verein begann am 3. Februar 1946. An diesem Tag faßten 26 Personen im Vereinslokal Karl Kopper den Beschluß, den bisherigen MTV Schönhagen als TSV Schönhagen wieder aufleben zu lassen. Die Turngeräte waren trotz der zurückliegenden Kriegswirren noch vollzählig vorhanden, so daß der Turnbetrieb, trotz erheblicher Mitgliederverluste durch den 2.Weltkrieg, sofort wieder aufgenommen werden konnte. Die Turnabteilung war in diesen Jahren sehr aktiv und einzelne Mitglieder waren bei verschiedenen Wettbewerben in der 50iger und 60iger Jahren recht erfolgreich. So konnte bei vielen Sportveranstaltungen von den Turnern des TSV Siegerplätze belegt werden. Leider sind die Aktivitäten der Turnabteilung in den letzten Jahren vollkommen eingeschlafen, so daß im TSV zur Zeit kein Geräteturnen mehr stattfindet.

Mit Neugründung des TSV wurde neben der Turnabteilung auch gleich eine Fußballabteilung gegründet. Der Spielbetrieb wurde zunächst mit einer Herrenmannschaft und kurze Zeit später auch mit einer Jugendmannschaft aufgenommen. Im Juni/Juli 1952 wurde unter der Leitung von Heinrich Dannenberg das 40jährige Stiftungsfest gefeiert. Damals waren solche Feierlichkeiten noch ohne langwierige Vorbereitungen durchzuführen, denn der Beschluß, ein solches Fest zu veranstalten wurde erst im Winter 1952 gefaßt. In den frühen 50iger Jahren war der noch junge TSV Schönhagen einmal von der Spaltung bedroht, es traten Meinungsverschiedenheiten zwischen Turnabteilung und der Fußballabteilung auf. Aber durch Eingreifen von Seiten des Vereinsvorstandes und des Kreissportbundes wurde ein solcher Schritt verhindert.

In diesen Jahren befaßte man sich im Verein hauptsächlich mit dem Fußball, denn das Turnen fand zwar in den Wintermonaten regelmäßig statt, aber in den Sommermonaten lag der Sportbetrieb ohne Fußball fast still. Die Fußballspiele fanden zu dieser Zeit auf dem Sportplatz an der Höxterschen Trift statt, aber man bemühte sich von Seiten des Vereins, eine andere Lösung zu finden, denn dieser Platz reichte von seinen Größenabmessungen her für einen Spielbetrieb nicht mehr aus, langsam stellten sich nämlich bei den Fußballern die ersten Erfolge ein. So gelang der Jugendmannschaft in der Spielzeit 1953/54 erstmals in der Vereinsgeschichte den Titel eines Fußballkreismeisters nach Schönhagen zu holen. Bei der Herrenmannschaft wollte sich aber zu der Zeit noch kein richtiger Erfolg einstellen, aber auch hier gelang es in den nächsten Jahren in höhere Klassen aufzusteigen.

Inzwischen war es auch dem Verein, in Zusammenarbeit mit der damals noch selbstständigen Gemeinde Schönhagen gelungen, das Sportplatzproblem zu lösen. Dem Verein wurde der Sportplatz am Wasserfall zur Verfügung gestellt, der auch heute noch zu Trainingszwecken dient.

In den ersten Jahren nach der Neubegründung hatte der TSV im Schnitt 120 Mitglieder. Der Verein wurde seitens des Vorstandes mit starker Hand und manchmal auch recht autoritär geführt. So kam es zu Vereinsausschlüssen, wenn sich Mitglieder in der Öffentlichkeit ungebührlich verhalten hatten und Spieler der Fußballmannschaften wurden für Disziplinlosigkeit während des Trainings oder eines Spiels in einer Monatsversammlung öffentlich kritisiert. Für die Nichtteilnahme am jährlichen Herbstabturnen wurde den betroffenen Sportkameraden ein Strafgeld abgenommen. So ist es interessant, daß der monatliche Beitrag 1954 für ein erwachsenes Mitglied 80 Pfennig, für Jugendliche 50 Pfennig und Kinder 20 Pfennig betrug. Die Spieler der Herrenmannschaften mußten bei Auswärtsspielen einen Fahrtkostenanteil von 50 Pfennig für Buskosten aus eigener Tasche bezahlen. der Ballbeitrag wurde 1954 in Höhe von 1 DM erhoben und für Kaffee wurde nochmals 2 DM kassiert. Bei der damaligen Beitragshöhe sollte man bedenken, daß ein Waldarbeiter 1954 einen Stundenlohn von etwa 1 DM hatte.

Wie bereits erwähnt, reichte der Sportplatz den fußballerischen Belangen nicht mehr aus. Deshalb wurde seitens der Gemeinde dem Sportverein der Sportplatz am Wasserfall ( heute Lindenstrasse) zur Verfügung gestellt. Das Grundstück wurde 1959 von der Gemeinde käuflich erworben und der TSV erhielt das Nutzungsrecht am neuen Sportplatz. Die Sportplatzpflege, wie z.B. das Rasenmähen wurde in den 50iger und 60iger Jahren noch etwas einfacher durchgeführt als heute. Der Verein besaß damals noch keinen eigenen Rasenmäher und so wurde jedes Jahr der Sportplatz zur Grasnutzung während der Sommermonate verpachtet. Es gab immer Interessenten, doch dem örtlichen Schäfer wurde nie der Zuschlag erteilt, weil die Sportkameraden eine zu große Verunreinigung des Platzes befürchteten.

In der Spielzeit 1960/61 gelang der 1.Herrenmannschaft die erste Seniorenmeisterschaft nach Schönhagen zu holen und somit war der Aufstieg in die Kreisliga geschafft. Mit diesem Aufstieg kamen wieder Probleme mit dem Sportplatz auf den Verein zu, denn der Platz am Wasserfall entsprach nicht den Anforderungen des Spielbetriebes der Kreisliga. Der Bau eines neuen Sportplatzes wurde geplant. Im Sommer 1962 feierte der TSV sein 50jähriges Stiftungsfest. Zu diesem Anlass wurde der Spielmannszug, schon ähnlich wie 1952 gebeten, für einen bestimmten musikalischen Rahmen zu sorgen. Seit dieser Zeit besteht der Spielmannszug ununterbrochen. Denn in den Jahren nach dem Krieg taten sich die Spielleute nur zusammen, wenn große Ereignisse anstanden. 1963 wurde der Spielmannszug dem TSV angeschlossen. Inzwischen ist der Spielmannszug ein eigener Verein und hat den TSV wieder verlassen. Nachdem die 1.Herrenmannschaft im Jahr 1963 aus der Kreisliga absteigen mußte, wurde auch der geplante Ausbau des Sportplatzes an der Höxterschen Trift nicht mehr mit letzten Nachdruck betrieben. Es sollte noch einige Jahre dauern, bis dieser Platz dem TSV wieder zur Verfügung stand.  Der Jugendmannschaft des TSV gelang jedoch 1965 der Aufstieg in die Jugend-Kreisliga mit der Erringung der Staffelmeisterschaft.

Vom Sportverein wurde 1967 eine Tischtennisabteilung ins Leben gerufen. Tischtennis wurde in Schönhagen auch schon seit kurz nach dem Kriegsende gespielt, aber zu Anfang der 60iger Jahre kam in dem selbstständigen TTC Schönhagen der Tischtennisbetrieb vollständig zum Erliegen. Auf Anhieb gelang der neuen Tischtennisabteilung im ersten Spieljahr sofort die Staffelmeisterschaft und die Kreismeisterschaft zu erringen. Damit war auch gleichzeitig der Aufstieg von der Kreisklasse in die Kreisliga geschafft.

Nachdem es im sportlichen Bereich im Verein in den nächsten Jahren mehr oder weniger ruhig verlief, die Herrenmannschaften errangen keine Meisterschaften und die Jugendmannschaft stieg mehrmals auf und ab, wurde jetzt mit Elan der Neubau des Sportplatzes an der Höxterschen Trift betrieben. Im Jahr 1972 war es dann nach langem hin und her endlich soweit, daß der Sportplatz eingeweiht werden konnte. Es schien so, als ob die Fußballer nur auf diesen Moment gewartet hätten. Denn plötzlich stellten sich hier auch wieder die sportlichen Erfolge ein. Im Spieljahr 1971/72 errang die 2. Mannschaft nach 1968 und 1969 zum 3.Mal die Staffelmeisterschaft, konnte aber wieder nicht aufsteigen, da die 1.Mannschaft noch in der Kreisklasse spielte. Im darauf folgendem Jahr schaffte auch die 1.Mannschaft den Aufstieg in die Kreisliga. Erstmals konnten in der Spielzeit 1973/74 drei Herrenmannschaften zum Spielbetrieb gemeldet werden. Die 1. Mannschaft spielte in den folgenden Jahren sehr erfolgreich . So konnte 1974 in der Kreisliga gleich ein Spitzenplatz belegt werden und nach dem Abschluß der Serie 1975/76 erreichten die Spieler der 1.Herrenmannschaft den bisherigen Höhepunkt einer Fußballmannschaft im Vereinsleben: Kreismeister und Aufstieg in die Bezirksklasse. Die Zugehörigkeit zur Bezirksklasse endete aber leider schon nach einer Spielzeit. 1973/1976/1980 und 2002 erreichte die 1.Herren jeweils das Endspiel um den Kreispokal, aber der große Erfolg wollte sich nicht einstellen. Die 3. Herrenmannschaft wurde 1977/78 Staffelmeister und konnte nach 3 Entscheidungsspielen die Kreismeisterschaft der 2.Kreisklassen erringen.

Ein lang gehegter Wunsch des Vereins wurde 1973 in Angriff genommen. Ein neues Sportheim wurde nach einer Bauzeit von knapp 3 Jahren 1975 in Verbindung mit einer Sportwoche eingeweiht. Das Sportheim wurde in 2260 Stunden Eigenleistung von den Mitgliedern des Vereins erstellt.

Im Herbst 1970 wurde eine weitere Sparte ins leben gerufen. Weibliche Bewohner des Dorfes trugen die Bitte heran, eine Damen-Gymnastikabteilung zu gründen. Dieser Bitte wurde vom Verein entsprochen und seitdem finden sich allwöchentlich eine große Anzahl von Damen zu den jeweiligen Übungsabenden ein. Im Winter 1977 wurde auch der Spielbetrieb in der Laienspielgruppe wieder aufgenommen. Nachdem in früheren Jahren die Theateraufführungen im Wechsel von allen örtlichen Vereinen veranstaltet wurden, ist heute nur noch die Laienspielgruppe des TSV Schönhagen aktiv. Sie begeistert bis heute mit ihren Aufführungen alle 2 Jahre zur Weihnachtszeit die Dorfbewohner. Weiterhin wurde 1977 die Krabbelabteilung für Kinder bis zum Alter von 7 Jahren gegründet. Für ältere Kinder wird seit 1977 das Kinderturnen angeboten. Aus diesen Gruppen entwickelten sich im Laufe der Jahre weitere Gruppen für jede Alterstufe.

Nachdem sich zum Ende der 70iger Jahre bei den Schüler und Jugendmannschaften im Fußballbereich die geburtenschwachen Jahrgänge bemerkbar machten, mußte hier eine Lösung gefunden werden, die es ermöglichte, die erfolgreiche Arbeit im Bereich des Jugendfußballs fortzusetzen. Denn 1978 wurde die Meisterschaft in der Jugend -Kreisliga West erreicht und nach einem verlorenen Endspiel um die Kreismeisterschaft wurde einer der größten Erfolge im Jugendfußball erreicht, unsere A-Jugend hatte nämlich den Aufstieg in die Jugendbezirksklasse erreicht. Um den jugendlichen Fußballern die Möglichkeit zu geben, trotz altersbedingter Abgänge, in der Bezirksklasse bestehen zu können, wurde eine Spielgemeinschaft mit ebenfalls betroffenen Vereinen angestrebt. Am 6.9.1978 wurde mit der Zusammenlegung der Jugendfußballabteilungen des VfB Uslar und des TSV Schönhagen die Jugendspielgemeinschaft "JSG Ahletal" aus der Taufe gehoben. Die JSG Ahletal besteht heute noch, jedoch haben sich mittlerweile auch der Tuspo Kammerborn und der TSV Sohlingen angeschlossen. Der VfB Uslar ist seit August 2007 auch wieder mit von der Partie, nachdem er sich mehrere Jahre selbstständig gemacht hatte und der Jugendfußball in den letzten Jahren bei ihm aber völlig zum Erliegen gekommen war. Wie seit je her ist hier aber eine Trainer- und Betreuerproblem vorhanden, da sich zu wenig Helfer bereit erklären ihre Kinder zu unterstützen.

Nach dem Bau der Mehrzweckhalle in Schönhagen, wurde vom TSV Schönhagen noch mehrere Möglichkeiten zur sportlichen Betätigung angeboten. So wurde eine Volleyball- und eine Badmintonabteilung eröffnet. Ebenfalls wurde Fußballtennis gespielt – sogar im Punktspielbetrieb. Anfänglich hatten alle Abteilungen einen sehr großen Zuspruch und auch für "ältere Semester" wurden Übungsabende angeboten. Leider konnte dieser Trend nicht gefestigt werden, so daß sich manche dieser  Abteilungen  Ende der 90iger Jahre wieder auflösten, jedoch einige auch bis heute  fester Bestandteil des Vereins wurden. 

Da des Sportfest des TSV vor der Tür stand, wurde im Jahr 1978/79 das Toilettenhaus am alten Sportplatz erstellt. Die, im Verein für Zusammen-Arbeit (kurz VfZ e.V.) organisierten, örtlichen Vereine leisteten hierbei gemeinschaftliche Arbeit in vollständiger Eigenleistung. Im einzelnen waren dieses: Sportverein, Schützenverein, Feuerwehr, Gesangverein, Kriegerverein. Die Flutlichtanlage und das Toilettenhaus sind heute immer noch fester Bestandteil des Dorfgeschehens und haben ihren Nutzen oftmals unter Beweis gestellt.

Rechtzeitig zum Fest 1979 wurde eine Freundschaft mit den französischen Sportfreunden von Esperance de Meuzac (Hoffnung von Meuzac) begründet. nachdem eine Gruppe des TSV 1978 in Meuzac weilte, kamen die französischen Freunde 1979 zu einem Gegenbesuch nach Schönhagen. Das setzte sich wechselseitig bis zum Jahre 1985 fort. Während dieser gegenseitigen Besuche wurde es den einzelnen Gruppen immer wieder ermöglicht, Land, Leute, und Lebensarten des Gastlandes kennen zu lernen. Neben den sportlichen Vergleichen kam auch das gesellige Beisammensein nicht zu kurz.  Leider kam diese Partnerschaft zum Erliegen, nachdem es von französischer Seite wegen mangelnder Teilnehmer nicht mehr zum Gegenbesuch kam. Jedoch bestehen aus dieser Zeit bis heute Freundschaften zwischen den ehemaligen Teilnehmern dieses Jugendaustausches.

Nach dem kommerziell und finanziell sehr erfolgreichen Sport- und Volksfest 1979, welches zum ersten Mal in Eigenbewirtschaftung durchgeführt wurde, gingen die Arbeiten am Sportplatz kontinuierlich weiter. So wurde das Sportheim 1980/81 mit einem Anbau vergrößert, ein Elektroanschluss wurde zum Sportheim gelegt, was sehr große finanzielle Mittel bedeutete, denn der Sportplatz liegt weit ab von jedem Bebauungsgebiet. Es wurden zusätzliche Duschen und eine Wasser-Druckerhöhungsanlage eingebaut. Die meisten der Arbeiten wurden von den Mitgliedern in Eigenleistung erbracht oder der TSV wurde sehr tatkräftig von einigen befreundeten Unternehmen unterstützt, die kostenlos Bagger und Raupe zur Verfügung stellten. So auch 1984 bei der kompletten Erneuerung der Drainage bereits nach nur 12 Jahren – aber die Spielfläche war einfach zu schlecht – man hatte bei der Drainage wohl am falschen Ende gespart. Hier leisteten alle männlichen Mitglieder des TSV 10 Stunden mit Schaufel und Karre. Die Mitgliederzahl des TSV betrug 1984 genau 436 Mitglieder.

1985 erschien erstmalig die Vereinszeitung „Eigentor“ im Abstand von ca. 3-4 Monaten und wurde an alle Mitglieder kostenlos verteilt. Beteiligten sich am Anfang noch alle Abteilungen rege an der Erstellung von aktuellen Beiträgen, so ließ das im Laufe von ein paar Jahren sehr stark nach und die Zeitung wurde 1988 wieder eingestellt.

1987 wurde ein großes Zeltfest zum 75 jährigen Jubiläum gefeiert. Neben attraktiven Darbietungen – z.B. traten die ehemaligen Deutschen Meister im Geräteturnen Alfred Lefebre und Andreas Aguilar im Festzelt am Olympiareck auf – wurde ein riesiger Festumzug auf die Beine gestellt, in dem 12 Musikzüge spielten, zahlreiche Fußgruppen und eine große Anzahl von bunt geschmückten Festwagen teilnahmen. Die Festwagen wurden prämiert. Über das Fest wurde ein Film gedreht, der sich im Vereinsarchiv befindet. Auch bei diesem Fest setzte der TSV wieder auf Eigenbewirtschaftung und erlebte leider eine große Enttäuschung. Trotz des großen persönlichen Einsatzes der Mitglieder wurde kein Gewinn erwirtschaftet und so bleibt lediglich die Erinnerung an eine sehr gelungene Jubiläumsveranstaltung.

Da der alte Sportplatz an der Lindestrasse während des Festes durch zahlreiche Schlepper der Schausteller und Festzeltbetriebe ziemlich ramponiert wurde, entschloß man sich seitens des Vorstandes, die Situation auszunutzen und gleichzeitig mit dem neu Planieren ein Stromkabel rings um den Platz zu verlegen - gleichzeitig wurde das Fachwerk-Freizeithaus mit an das Stromnetz und die Wasserleitung angeschlossen Nachdem der Platz wieder hergestellt war, wurden 1992 Flutlichtmasten angeschafft und so eine Trainingsbeleuchtung für die Fußballer hergestellt..

So profitierten letztlich noch alle örtlichen Vereine und alle Einwohner vom beschädigten Sportplatz. Der alte Sportplatz an der Lindenstrasse wurde übrigens dann offiziell als Festplatz für alle örtlichen Vereine ausgewiesen.

Nachdem im Sportheim die alte Gasheizung aus dem Jahre 1973 defekt war, wurde 1989 eine neue Zentralheizung eingebaut im Außenbereich wurde die Grillhütte für den Imbissverkauf bei Veranstaltungen erstellt.

Die Arbeit riß nicht ab – für die inzwischen recht gut besuchten Sommernachtsbälle während der Sportwochen wurde eine fester Zeltvorbau am Sportheim geschaffen, der übrigens heute noch immer genutzt wird – allerdings nicht für Sommernachtsbälle. Die gibt es wegen des geringen Mitgliederinteresses nicht mehr. 1992 wurde auch der Bereich vor dem Sportheim in Eigenleistung großflächig gepflastert.

In den Reihen des Vereins für Zusammenarbeit machte sich der TSV stark für einen Kinderweihnachtmarkt in der Mehrzweckhalle. Dieses wurde einige Jahre gut angenommen und es wurde unter Beteiligung aller örtlichen Vereine eine gut besuchte feste Veranstaltung. Leider zogen sich die anderen örtlichen Vereine dann zurück und die Veranstaltung kam  2004 zum Erliegen.

1993 mußte auch Schönhagen für viele bosnische Bürgerkriegs-Flüchtlinge Quartiere zur Verfügung stellen. Zuerst waren viele der Flüchtlinge in der Mehrzweckhalle untergebracht, konnten aber im Laufe von einigen Wochen in Wohnungen untergebracht werden. Der TSV engagierte sich bei der Wohnungsbeschaffung sehr stark und konnte dafür auch einige Jahre im Bereich der Fußballabteilung profitieren – viele der jungen Bosnier erwiesen sich als talentierte Fußballspieler. So gelang auch 1999 wieder der Aufstieg in die Kreisliga. Aber das war nur eine vorübergehende Episode – nach der Rückkehr der Flüchtlinge in ihre bosnische Heimat fehlten wieder Spieler in allen Mannschaften.

Während  des Tennisbooms in Deutschland zwischen 1985 und 1995 entstanden viele Tennisvereine und es wurden neue Tennisplätze gebaut. Auch im Umfeld und in den Reihen des TSV Schönhagen wurde der Wunsch nach Tennisplätzen immer lauter. Schließlich ergab sich auf Initiative eines Vereinsmitglied eine Gesprächsrunde mit interessierten privaten Geschäftsleuten, die sich am Bau einer Tennishalle beteiligen wollten. Zusammen mit 3 Privatleuten wurde dann mit je 25 % Anteil eine Gesellschaft Tenniscenter Hochsolling gegründet.

Da der TSV nicht die erforderlichen finanziellen Mittel aufbringen konnte, wurde vereinbart, daß die Mitglieder des TSV eine hohe Eigenleistung beim Bau der Halle erbringen sollten. Nach mehr als 18monatiger Bauzeit und mehreren Tausend Arbeitsstunden seitens des TSV war es dann soweit - im September 1996 wurde die Anlage eingeweiht. Sie besteht aus 2-Feld-Tennishalle und 2-Feld-Außenplätzen mit Kunstrasen.

Die Anteile an der Tenniscenter-Hochsolling GbR haben sich im Laufe der Jahre verändert - der TSV gab einen Großteile seiner Anteile ab, dafür gingen die Außenplätze ins TSV-Eigentum über und gehören nicht mehr zur GbR. Die Anteilseigner an der Tennishalle wechselten ebenfalls. Die Halle wird heute wie seit 1996 vom TSV Schönhagen betrieben. Der TSV ist zuständig für den Abonnementsverkauf, den Getränkeverkauf und den Betrieb der Halle. Als Gegenleistung haben die Mitglieder der Tennisabteilung einen finanziellen Vorteile bei der Buchung von Jahresabonnements.

Im Jahre 2002  durfte der TSV anlässlich seines 90-jährigen Bestehens das Kreis- Kinder-Turnfest ausrichten. Das Turnfest war ein großer Erfolg mit mehreren hundert Teilnehmern aus allen Teile des Landkreises. Die Festveranstaltung anlässlich des Jubiläums in der Mehrzweckhalle dagegen war wiederum schlecht besucht – selbst TSV-Mitglieder kamen nur spärlich zur Veranstaltung.

Im gleichen Jahr wurde auch im Senioren-Fußballbereich eine Spielgemeinschaft mit dem TSV Sohlingen gegründet. Stetiger Spielermangel und auch sinkende Spielerqualität verhinderten nicht den Abstieg aus der Kreisliga. Die Spielgemeinschaft – mit 3 Herrenmannschaften und 2 Altherren-Mannschaften gestartet, hat heute noch 2 Herrenmannschaften in der Kreisklasse. Allerdings ist von der teilweise sogar unsportlichen Rivalität früherer Jahre nichts mehr übriggeblieben – heute herrscht eine einvernehmlich gute Kameradschaft zwischen den Spielern aus beiden Orten. 

Jahrelang hatten die Aktiven und Zuschauer mit der schlechten Zufahrt zum Sportheim zu kämpfen – im Jahr 2003 war es endlich soweit und es wurde eine Asphaltdecke aufgezogen.  Leider war dies auch das Jahr, in dem der letzte TSV-Ball stattfand. Ständig sinkende Teilnehmerzahlen führten dazu, dass die Veranstaltung ein Zusatzgeschäft wurde – also entschloß man sich, den Ball künftig nicht mehr zu veranstalten. Ersatzveranstaltungen wie Neujahrsempfang oder Herbstvergnügen sprachen leider auch keine größere Teilnehmerzahl an. Somit ist der TSV heute ohne regelmäßige Vereinsveranstaltung auf gesellschaftlichem Sektor.

In den Jahren 2007/2008 wurde das Sportheim in Innenbereich renoviert und teilweise umgebaut. Da auch die Bereitschaft zu Eigenleistung im Laufe der Jahre immer weniger wurde, wurden diese Arbeiten von einigen wenigen Sportkameraden ausgeführt. Der Mitgliederbestand des TSV überschritt erstmalig die Zahl von 500.

 

In den letzten Jahren kamen immer wieder neue Abteilungen mit neuen Sportarten hinzu – einige etablierten sich, andere verschwanden wieder. Für die Arbeit Im Rahmen der Nordic - Walkinggruppe erhielt der TSV ein Zertifikat als anerkannte gesundheitsfördernde Maßnahme und die Teilnehmer können sogar Zuschüsse bei der Krankenkasse bekommen. Die Volkslaufveranstaltung jeweils im Oktober ist zu einer festen Einrichtung geworden und zieht Sportler aus der näheren und weiteren Umgebung nach Schönhagen. Auch die Theatergruppe erfreut nach wie vor die Einwohner von Schönhagen alle 2 Jahre mit ihren Aufführungen. Die Jugendspielgemeinschaft Fußball wurde ausgeweitet und reicht jetzt sogar bis Volpriehausen – vor 25 oder 50 Jahren einfach nicht vorstellbar.